FLiB-Pressemeldung 05/2010

Nachbericht zum zweiten FLiB-Kongress über Verklebungen beim luftdichten Bauen

Reicht es, wenn's gut klebt?



nReicht es, wenn's gut klebt?

 "Klebeverbindungen von Luftdichtheitsschichten am Bau. Ein Dauerthema" - so lautete das Motto des zweiten FLiB-Kongresses, zu dem im April 2010 rund 75 Teilnehmer in Kassel zusammenkamen. Eingeladen hatte der dort ansässige Fachverband Luftdichtheit im Bauwesen, kurz FLiB e. V. Im Zentrum der eintägigen Veranstaltung stand die kritische Auseinandersetzung mit baupraktischen Beispielen luft­dichtender Klebeverbindungen, ergänzt durch Einblicke in Forschung und Normungsarbeit sowie rechtliche Fragestellungen.

Nur weil es klebt, ist es noch nicht luftdicht. Mit diesem Zitat aus einem der Referate könnte man die vorgestellten Praxiserfahrungen zusammenfassen. Durch viele der Vorträge zog sich die Beobachtung, dass in der Regel nicht das Kleben als solches zu Problemen führt: Ursächlich für Mängel an luftdichtenden Verklebungen in Gebäuden sind viel eher fehlende Planung, für sichere Klebeverbindungen ungünstige Baustellenbedingungen sowie mangelhafte Ausführung. Entsprechend appellierten die Referenten an die Eigenverantwortung von Planern und Handwerkern und riefen dazu auf, Sicherheitsreserven vorzusehen. Bei der Entscheidung darüber, wie eine luftdichte Verbindung herzustellen sei, komme es weniger auf das vorhandene Regelwerk an als vielmehr auf die baupraktische Funktionsfähigkeit der gewählten Lösung. Ebenso spiele das angestrebte Energieniveau des Gebäudes eine Rolle. Dieses müsse sich auch in der Ausführung widerspiegeln.

Die Funktionstauglichkeit einer Bauleistung spielt auch eine wichtige Rolle bei Architektenverträgen, die nach BGB abgeschlossen werden. Das erfuhren die Kongressteilnehmer in einem Vortrag über Haftungsrisiken bei der Verwendung innovativer Bauprodukte, der darüber hinaus eine Reihe konkreter Hilfestellungen bereithielt.

Weiteres Kongressthema war die E DIN 4108-11 zur Dauerhaftigkeit von Verklebungen luftdichter Schichten, die derzeit unter maßgeblicher Beteiligung von Mitgliedern des FLiB erarbeitet wird. Vorgestellt wurde, wie man Prüfrandbe­din­gungen erarbeitet hat, die zugleich laborgerechte, reproduzierbare Prüfungen ermöglichen und die reale Baustellensituation berücksichtigen sollen. Auf ihrer Basis können nun Mindestanforderungen an Klebebänder und -massen festgelegt werden. Eingeflossen in die Prüfrandbedingungen sind auch Ergebnisse eines Forschungsprojekts zur Qualitätssicherung klebemassenbasierter Verbindungstechnik für die Ausbildung der Luftdichtheitsschichten, die beim FLiB-Kongress ebenfalls vorgestellt wurden.

Beim überwiegend aus Planern und Sachverständigen be­stehenden Zuhörerkreis kam der Themenmix aus Theorie und Praxis gut an. "Die angeregten Diskussionen während der gesamten Veranstaltung zeigen, dass wir den Nerv der Teilnehmer getroffen haben", freut sich FLiB-Geschäftsführer Torsten Bolender. Und sie belegen auch, dass der Titel des Kongresses gut gewählt war: Klebeverbindungen von Luftdichtheitsschichten am Bau bleiben ein Dauerthema.

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